Mein Name ist Daniel und ich bin dick.

 

So jetzt ist es raus!

Ein Hungerhaken war ich noch nie. Aber jetzt ist es einfach zu viel. Lustiger funfact ist, dass ich mich irgendwie schon immer zu dick fühlte. Wenngleich das heute eine ganz andere Dimension einnimmt. Sport hatte ich irgendwie schon immer gemacht. Aber Zeiten und vor allem Verhaltensmuster ändern sich.

 

Vom Sportler zum faulen Wambo

 

Es ist wie verhext. Sport war immer schon ein Lebensinhalt. Die Betonung liegt auf „war“. Mit schlanken 7 Jahren erhielt ich bereits meine erste gelbe Karte wegen Handspiels. Ich war Torwart. Der Ball kam in meine Richtung und der Haufen, bestehend aus Mit- und Gegenspieler bewegte sich so langsam in die gleiche Richtung wie der Ball. Ich lief hinaus. Weit. Hinter mir hörte ich meinen Vater und alle anderen Eltern meiner Vereinskameraden lauthals „NEEEEEEIN, NIIIIIIIICHT“ rufen. Keine Ahnung ob ich es nicht auf mich bezog oder ob es mir egal war. Ich hob den Ball auf und der Schiedsrichter pfiff, dass mir die Ohren nur so davon flogen. Dann merkte ich es. Der Ball war weit außerhalb des Strafraums und ich mit ihm. Gelbe Karte und die Erkenntnis, dass mir die Rufe galten.

 

Verhaltensmuster und Denkweisen der Pubertät

 

Ich spielte noch viele Jahre für diesen Verein. Selbst als wir dann vom Stadtrand in die Innenstadt zogen. S-Bahn sei dank. Doch mit einem hatte ich nicht gerechnet. Das die Pubertät einem so sehr mitspielt. Einer meiner engsten Freunde war zum selben Zeitpunkt schon länger nicht mehr in seinem Handballverein und besuchte – gefühlt – wann er wollte die Kumpels seiner alten Wohngegend. Ich war neidisch. – Gefühlt – NIE durfte ich mit ihm mitfahren. Denn ich hatte Training. Fuck war ich neidisch. Er war frei und ich versklavt – gefühlt. Ich spielte für die Münchner Auswahl und versagte. Zum Glück – gefühlt – kamen noch vereinsinterne Probleme hinzu. Schon konnte ich meinen Ausstieg aus dem Verein planen. Ich wartete nur noch auf den richtigen Moment. ICH WAR FREI. Mit meinen Freund mit, durfte ich deshalb aber immer noch nicht.

 

Auf dem Weg zu Mister Jojo-Effekt

 

Meine Routine war gebrochen. Ich fühlte mich befreit und zwanglos. Nun konnte ich mein Leben für sinnvolleres nutzen und pubertierte so vor mich hin. Mit dem Beginn meiner Ausbildung änderte sich das alles ein wenig und ich wollte American Football spielen. Es war sau geil. Eine Zeit die mich geprägt hat und zu Kontakten führte, die ich bis heute pflege. Zwei Punkte wurden mir aber erneut zum Verhängnis:

  1. Das fehlende Gefühl in den Tag zu leben, ohne Verpflichtungen, machte sich wieder breit
  2. Der Wechsel der Ausbildungsstelle zu einer Firma am Arsch der Welt, gab mir ein einfaches Argument mich wieder -gefühlt – zu befreien

 

Disziplin my Ass!

 

So ähnlich könnte dieses Kapitel auch heißen.  Zurückblickend werde ich das Gefühl nicht los, dass dort oben die Gründe stehen, warum vieles heute so ist wie es ist. Die Zeit zwischen 16 und 30 war dennoch sehr dankbar. Der Stoffwechsel funktioniert noch gut. Eskapaden bestehend aus Süßkram, Alkohol und durchzechte Nächte machten mir nichts aus. Also dem Kopf gelegentlich schon, dem Rest höchstens ein bisschen. Als ich merkte, dass meine eigene Unzufriedenheit wieder anstieg, begann ein kleiner Hang zum Nachbessern. Ich besuchte ein Fitness-Studio und wurde der beste Kunde den man sich vorstellen kann. Ich ging nicht hin.

Ich wurde älter und proportional zum Alter legte ich zu. Keine Muskeln!

Die Jahre vergingen und eine neue „Unwohl-Welle“ zog über mich hernieder. Ich stieg aufs Bike pendelte die elf Kilometer in die Arbeit. Von der Arbeit aus fuhr ich fünfzehn Kilometer ins Boxtraining und knapp acht Kilometer nach Hause. Ich verlor an Körpermasse. Wurde fit. Fühlte mich wohl und hörte wieder mit dem Sport auf. Ich weiß gar nicht wieso.

Wie dämlich kann ein Mensch allein nur sein

 

Japp! So ist es. Anders lässt es sich nicht ausdrücken.